Vorab noch ein, zwei Sätze zur diesjährigen Messe generell. Der erste Eindruck war: Solange es die Progetto Fuoco in dieser Form gibt, brauchen wir uns um die Zukunft der Holzfeuerung keine existenziellen Sorgen zu machen. Die gesamte europäische Branche, von den Kaminofenherstellern über die Baustoffindustrie für den individuellen Ofenbau bis hin zu den Anbietern von Schornsteinsystemen oder Ofenzubehör war hier beeindruckend stark repräsentiert. Doch tatsächlich fand man auch erstaunlich viele Produkte aus dem Bereich Elektro-„Feuer“. Aus der Nische mit zum Teil billigen Ramschprodukten mit flackerndem Licht hinter Plastikholz scheint ein stabiler Trend zu wirklich hochwertigen Wärmemöbeln mit faszinierend echt wirkender Feuer-Anmutung zu werden, der überdies emissionsfrei und ohne Schornstein völlig neue Einsatzmöglichkeiten erschließt. Längst mischen in diesem Bereich auch die etablierten Holzfeuerstättenhersteller mit. Es bleibt spannend. Doch nun begleiten Sie uns auf unserem Messerundgang.
Wolfshöher Tonwerke
Zu groß, um sie auf eine Messe mitzunehmen, ist die neue Misch- und Absackanlage, für die Wolfshöher, der Anbieter verschiedenster Schamotteprodukte als Basisbaustoff für den handwerklichen Ofenbau, eigens eine neue 900 Quadratmeter große Halle gebaut hat. Hier werden neben Eigenprodukten auf Wunsch auch die Lohnfertigung und -abfüllung anderer trockener, pulverförmiger Massen in präziser Dosierung und homogener Mischung angeboten.
Auf der Messe in Verona stand das Modell eines Backofens im Fokus, an dem aufgezeigt wurde, wie viele verschiedene Schamotteprodukte allein bei diesem einen Ofentyp zum Einsatz kommen – wir haben acht gezählt, und da waren die Mörtelprodukte noch nicht eingerechnet, mit denen die „Hardware“ verbunden wird. Um dem Ofenbauer die Arbeit zu erleichtern, gibt es hier mit dem „Kuppelrechner“ ein neues Service-Tool, mit dem sich praktischerweise auch die für das jeweilige Ofenprojekt benötigten Materialmengen ermitteln lassen.

Foto: Martin Henze

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Camina & Schmid
Bei Camina & Schmid stand die Erweiterung der Ekko-„evo“-Familie im Vordergrund. Dabei handelt es sich um völlig neu konzipierte Kamineinsätze, die nicht nur mit einer überragenden Effizienz (85 Prozent), sondern dank optional einsetzbarer Katalysator-Platten auch mit extrem geringen Schadstoffemissionen bei Feinstaubpartikeln und CO2 glänzen. Darüber hinaus wurden die Einsätze in Details wie der Türscheibenabdichtung und der Zuluft-Zuführung verbessert. Ausgestellt waren außerdem vier Prototypen der ebenfalls mit Katalysatortechnik ausgestatteten Kaso-Kaminkassetten.

Foto: Martin Henze

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Brunner
Brunner präsentierte sich auf der Progetto Fuoco ziemlich ungewohnt – nicht in bayerischer Blockhüttentradition, sondern stylisch-modern in einem reduziert gestalteten Kubus. Im Mittelpunkt stand beziehungsweise hing ein freier, vierseitig offener „Urfeuer 4free“-Kamin, und am Kopfende unter dem prominenten Schriftzug „green“ drei verschiedene BKH-Kaminausführungen mit der Ultra-Low-Emissionstechnologie, die diese zukunftsweisende Produktlinie auszeichnet. Außen seitlich am den Kubus waren die urigen Gussöfen „iron dog“ ausgestellt.

Foto: Martin Henze

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Laminox Idro
Bei Laminox gab es den neuen runden Kaminofen „Nadia canalizzata“ in edlem Schwarz, der seine Warmluft auf Wunsch kanalisiert und gebläseunterstützt auch in benachbarte Räume liefert. Mit Gebläseunterstützung arbeitet der neue Pelletherd „Giada SN“, der so für eine bessere Wärmeabgabe an den Aufstellraum sorgt.

Foto: Martin Henze

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Hase
Ofenhersteller Hase steht nach wie vor konsequent für das Label 100 Prozent Made in Germany. Nach Verona hatte Hase unter anderem vier Varianten des Kaminofens „Jena“ mitgebracht, darunter ein Modell mit der innovativen Verbrennungsluftregelung iQ, das auch den optimalen Nachlegezeitpunkt signalisiert.

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Cerampiu
Eine besonders interessante Hybridlösung eines keramikverkleideten Speicher-Kaminofens präsentierte Cerampiu auf der Messe. Alternativ zum Holzfeuer kann der Ofen nämlich auch über eine Elektroheizung angenehme Strahlungswärme erzeugen.

Foto: Martin Henze

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Archiflame
Sehr „architektonisch“ schlicht designt präsentieren sich die LED-Kamine von Archiflame, und das vielseitig illuminierbare Flammen- und Glutbild ist wirklich beeindruckend authentisch – inklusive zuschaltbarer akustischer Knistereffekte. Insbesondere beim hängenden Kaminmodell „Ben“ hat man sich wohl Anleihen an einem ikonischen Vorbild geholt. Der Anbieter offeriert überdies LED-Einbaulösungen für konventionelle Ofengehäuse.

Foto: Martin Henze

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Tulikivi
Bei Tulikivi wird die Wärme traditionell in Speckstein gespeichert. Zu den Ausstellungsstücken zählte unter anderem der Tunnelkamin „Raita Trio 18 2D“ mit massivem Specksteinkorpus als Wärmespeicher. Ähnlich schlicht, aber zur Wandaufstellung vorgesehen, sind die beiden Öfen „Hari 18“ und „Hari 14“.

Foto: Martin Henze

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Leda
Leda hat sein Programm an gusseisernen Kamineinsätzen mit dem „TIGA“ ausgebaut und um eine interessante Option erweitert – einen Abgangsstutzen für das nachgeschaltete keramische Zugsystem LWS. So lässt sich noch mehr Wärme speichern, ohne ungenutzt durch den Schornstein zu entweichen. Neu in der „TIGA-Range“ ist auch das Modell „H ES 80D“, das eine Eckscheibe bietet. Ein genereller Vorzug einiger „TIGA“-Modelle ist die Möglichkeit, Holzscheite mit bis zu 50 Zentimeter Länge zu verheizen.

Foto: Martin Henze

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MCZ
Nach dem Besuch des Messestands von MCZ hat man den Eindruck, dass dort nicht nur zwei bis drei Neuheiten gezeigt wurden, sondern dass im Produktprogramm womöglich kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte, denn vielfach handelt es sich um konsequente Weiterentwicklungen bestimmter Linien. Neu sind die kompakten Pelletöfen „Eiko“ und „Feel“ sowie die Holzkaminöfen „Steel Case“ und „Stone Case“, die sich in vielen Wohnsituationen einsetzen lassen
Die drei Pelletofen-Bestseller „Curve“, „Mood“ und „Ego“ wurden mit neuem Design, neuen Technologien und neuen Leistungsstufen präsentiert. MCZ erweitert aber nicht nur das Angebot an Produkten, die mit Core, der umweltfreundlichsten Verbrennungstechnologie auf dem Markt, ausgestattet sind, sondern präsentierte als Preview auch die neue Technologie „Free“ für Pelletöfen, die auch bei einem längeren Stromausfall von bis zu vier Stunden den normalen Betrieb des Ofens gewährleistet. Darüber hinaus wurde die neue „Maestro+“-App vorgestellt, dank der der Ofen direkt vom Smartphone aus bedient werden kann. Die App präsentiert sich in einem neuen Look und ist noch reichhaltiger an intelligenten Funktionen und einfacher in der Bedienung. In Anlehnung an die neuen ästhetischen Trends im Wohnbereich stellte MCZ neue Materialien und Oberflächen vor, so den vorgerosteten Stahl Corten, Piombo und Tortora sowie die Version Custom, die eine individuelle Gestaltung des Ofens ermöglicht: Die Verkleidung kann hier mit Steinzeug-Oberflächen (max. 3,5 mm dick) nach Wunsch ganz individuell gestaltet werden.

Foto: Martin Henze

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EVAcalor
Der italienische Hersteller EVAcalor hat seinen Produktschwerpunkt im Bereich Pelletöfen und -kamine, allerdings bietet er auch eine breite Palette an Scheitholzfeuerstätten und Kamineinsätzen an. Auf der Progetto Fuoco gab es in beiden Produktbereichen einige Neuheiten, so den Pelletkaminofen „Rita plus“, die Slim-Line-Pelletöfen „Rachele“ „Denise“ und „Viola“ und die Scheitholz-Kaminöfen „Livia“ und „Ester“ (beide wahlweise mit Ventilator oder ohne) sowie das Modell „Brando“. Bei den Scheitholz-Kamineinsätzen wurde die Palette um den „Diego 8-11“, den „Checco 8-11“ und den „Giorgio 8-11“ (Ziffern bezeichnen die Spanne bei der Heizleistung in kW) erweitert. Zusätzlich gibt es die neuen Herdöfen „Tessa“ und „Elvira“.

Foto: Martin Henze

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Dovre
Die gusseisernen Dovre-Kaminöfen folgen im Prinzip zwei verschiedenen Designsprachen, entweder historisch mit floralen oder anderen Motiven, oder skandinavisch schlicht ohne Schnörkel und verspielte Ornamente.

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Austroflamm
Austroflamm hatte zahlreiche Neuheiten mit nach Verona gebracht – unter anderem den Holzofen „Elise“ mit 120 Kilogramm schwerer Natursteinverkleidung, die tatsächlich auch eine Speicherfunktion erfüllt, ferner den Pelletkaminofen „Ella“ mit smarter App-Steuerung sowie den beliebten Scheitholz-/Pellet-Hybridofen „Mo Duo“, der nun auch in einer „Cook“-Variante zum Kochen erhältlich ist. Eine interessante Neuheit für den handwerklichen Ofenbau ist der neue Kamineinsatz mit optionalem Backfach – ein geschmackvolles Upgrade.

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Greithwald Herde
Der österreichische Herdofen- und Küchenhersteller Greithwald Herde hatte gleich eine Reihe neuer Herd- und Küchenlösungen aufgefahren. Vom frei stehenden Kochherd mit Backofen bis zur vollständigen Küchenzeile mit Schubladen- und Schrankelementen.

Foto: Martin Henze

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Lohberger
Lohberger ergänzt sein Herde-Angebot um ein Programm mit aufgefrischten optischen Details. So gibt es den „Vario LC 75B“ jetzt in einer farblichen Sonderedition in Grün, Crema, Weiß oder Schwarz-Grau matt. Und den „Style 75 Alpin“ jetzt auch mit schicken Holz-Applikationen, um nur einige der Neuheiten zu erwähnen.

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Ember
Ember hat seine Herd- und Kaminofen-Kollektion weiter ausgebaut. So ist jetzt der 40 Zentimeter schlanke Herd „A2-40“ mit Glaskeramik-Kochfeld erhältlich, und auch der Kaminofen Ember e11 „Cook“ bietet eine Deckelplatte in Glaskeramik, auf der sich Speisen garen lassen.

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The Flame
Bislang war The Flame mit seinen Elektro-, Gas- und Ethanolfeuerstellen immer eher ein Exot auf Messen für Holzfeuerstätten, doch wie eingangs schon erwähnt gehören diese Gattungen inzwischen voll mit dazu und The Flame kommt diesbezüglich deren jahrelanger Entwicklungsvorsprung zugute. Zum Beispiel bei der Messeneuheit „Holly-Wood“. Der Kamin arbeitet mit Hologramm-Effekt und braucht folglich kein Wasser für Wassernebel. Eine weitere Neuheit sind Outdoor-Gaslaternen für Camping-Gaz-Kartuschen. Sie haben eine Brenndauer von 5–6 Stunden, ein kerzenähnliches Flammenbild sowie einen günstigen Preis.

Foto: Martin Henze

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Silca
Kalziumsilikat von Silca ist ein Naturbaustoff mit faszinierenden Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten als Dämmstoff und Brandschutzmaterial. Durch bestimmte Zusätze kann allerdings auch eine gewisse Wärmeleitfähigkeit erreicht werden. Relativ neu ist die hochtemperaturbeständige Feuerraumplatte Silcapan „750FB“, die wahlweise in Natur-Hellgrau oder auch in Dunkelgrau in verschiedenen Dicken erhältlich ist.

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Hoxter
Bei Hoxter herrschte stets lebendiges Treiben auf dem Messestand. Nach Verona hatten sie ihre beiden neuen Speicher-Systemöfen „Blox “ mitgebracht.

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Neu und doch vertraut
Bernd Kienzle (57 Jahre) ist der neue Teil im Außendienstteam von Hoxter und wird ab dem 1.4.2024 das Verkaufsgebiet im Südwesten von Deutschland betreuen. Viele kennen ihn schon lange, da er bereits 1990 in der Kachelofenbaubranche eine Karriere begonnen hat – damals als Planer für Kamine und Kachelöfen. Er hatte von Anfang an Feuer gefangen für die Produkte, und das hält noch bis heute an. „Man konnte schon damals mit überzeugender Technik und verschiedensten Materialien unglaubliche Feuerstellen für den Wohnraum gestalten. Auch bemerkte ich sehr schnell, dass Feuer Menschen verbindet in der Vergangenheit, Gegenwart und sicherlich auch in der Zukunft“, sagt Bernd Kienzle. Im Jahre 1996 wechselte er vom Innendienst in den Außendienst und betreut bis heute Kunden im In- und europäischen Ausland. „Die Tätigkeit im Außendienst macht mir sehr viel Freude, vor allem der tägliche Kontakt zu Menschen. Was mir immer schon sehr wichtig war und ist, ist ein zufriedener Kunde, dies steht bei mir an erster Stelle. Das schaffe ich aber nicht alleine, sondern nur mit dem Team mit dem ich arbeiten darf.“ Nach nun mehr als 30 Jahren Tätigkeit als Außendienstmitarbeiter in der Kachel- und Kaminbranche hat er eine neue Herausforderung gefunden. Er freut sich sehr, ein Teil des Hoxter-Teams sein zu dürfen. Für ihn zählen nicht nur die überzeugenden Produkte, sondern auch die Menschen hinter dem Namen „Hoxter“. Davon konnte er sich schon überzeugen auf der Messe KOK in Wels und in Verona auf der Messe Progetto Fuoco. Gerne ist er in seiner Freizeit im Wald, da er selbst sein Haus im Schwarzwald ausschließlich mit Holz beheizt und natürlich auch mit Öfen im Wohnraum. Wenn er nicht für seine Kunden unterwegs ist, ist ihm seine Familie sehr wichtig, er fährt mit seinem Sohn Moritz oft Motorrad, mit seiner Gabi und ihrem Hund Paula verbringen sie viel Zeit, unter anderem auch ihre Urlaube in Slowenien, seiner zweiten Heimat.
Kontaktdaten:
Bernd Kienzle / Vertrieb Außendienst
Tel.: 0049/151 4249 5044
kienzle@hoxter.de

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Nordpeis
Das Unternehmen Nordpeis hat an seine Produkte den Anspruch, nicht „Mainstream“ zu sein, um keine unmittelbare Konkurrenz zu haben. Das gilt auch für die Neuheit „You“, eine klar gezeichnete Elektrokamin-Familie mit abgerundeten Ecken und Kanten, die entweder zum Aufhängen oder zur Platzierung auf Sockel konzipiert ist. Sie ergänzt die Kaminofenlinie „Me“, die sich durch kreisrunde Gehäuse auszeichnet.

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Come Together – World of Fireplaces
Am 29. Februar lud die Firma trendfairs GmbH als Veranstalter der World of Fireplaces Aussteller und ausgewählte Messegäste zu einem Meet & Greet im Vorfeld zur nächsten „WoF 2025“, die vom 28. bis 30. April 2025 erneut in Leipzig stattfinden wird.

Foto: Martin Henze

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